Poolüberdachung mit App oder nach dem E-Bike-Prinzip? Was auf den ersten Blick modern wirkt, ist nicht immer die bessere Lösung.
Wer sich heute eine Poolüberdachung kauft, steuert meist schon vieles per Smartphone. Die Beschattung fährt automatisch aus, die Wärmepumpe meldet die Wassertemperatur aufs Handy und die Kamera am Haus kann von überall aus aufgerufen werden. Da erscheint die Frage logisch:
Warum sollte ich meine Poolüberdachung nicht ebenfalls per App öffnen und schließen können?
Der Wunsch ist verständlich. Viele Kunden stellen sich folgendes Szenario vor: morgens klingelt der Wecker, während man die Badehose anzieht, öffnet sich die Poolüberdachung bereits automatisch. Komfort pur. Zumindest in der Theorie.
Eine Poolüberdachung ist kein Garagentor
Eine Poolüberdachung bewegt sich in einer völlig anderen Umgebung als ein Garagentor. Schienen können verschmutzen. Blätter, Sand, kleine Äste oder Insekten verändern den Laufwiderstand. Temperaturunterschiede führen zu Materialbewegungen. Wind übt Kräfte auf die Überdachung aus. Feuchtigkeit und Kondenswasser sind ständige Begleiter. Und dann ist da noch der wichtigste Faktor:
Menschen und Tiere bewegen sich rund um den Pool.
Ein Kind schwimmt im Pool und die Überdachung wird versehentlich per App geschlossen. Ein Hund oder eine Katze schläft auf der Fahrspur. Jemand befindet sich im Pool und eine zweite Person startet den Antrieb aus der Ferne – ohne Sichtkontakt. Das klingt nach Ausnahmefällen. Genau für solche Situationen müssen automatische Antriebe aber ausgelegt sein.
Warum automatische Antriebe technisch so aufwendig sind
Damit eine Poolüberdachung autonom und sicher fahren kann, benötigt sie mehrere Sicherheitssysteme:
- Wegstreckenmessung
- Endpositionsschalter
- Überlast- und Hinderniserkennung
- Steuerungslogik zur Fehlererkennung
- Notentriegelungen und Sicherheitsabschaltungen
Das Problem:
Alle diese Systeme müssen unter wechselnden Umgebungsbedingungen dauerhaft zuverlässig funktionieren. Der Kunde erwartet dabei dieselbe Zuverlässigkeit wie von seinem Garagentor. Bei 100 Öffnungen soll es 99,9-mal funktionieren. Und wenn doch einmal etwas nicht funktioniert, erwartet der Kunde verständlicherweise, dass am nächsten Werktag ein Servicetechniker vor der Tür steht. Die Realität sieht häufig anders aus.
Diese Erfahrung haben wir bei Aura bereits gemacht
Bereits im Jahr 2006 brachte Aura einen eigenen elektrischen Fahrantrieb auf den Markt: die SDC – Solar Drive Control. Damals war die Idee ihrer Zeit voraus. Die Poolüberdachung konnte per Funkfernbedienung bewegt werden. Das Konzept war technisch ähnlich aufgebaut wie viele der heute am Markt angebotenen App-gesteuerten Systeme. Nach rund zwei Jahren und etwa 350 ausgelieferten Anlagen mussten wir jedoch eine ehrliche Entscheidung treffen. Die Zahl der Reklamationen war zu hoch. Nicht weil die Technik schlecht war. Sondern weil die Anforderungen an ein vollautomatisches System im Poolbereich enorm hoch sind und sich die Umgebungsbedingungen ständig verändern. Wir haben den SDC deshalb wieder aus dem Programm genommen. Das war keine leichte Entscheidung. Aber es war die richtige.
Wir haben nicht aufgegeben – wir haben neu gedacht
Die Frage lautete: Wie können wir den Bedienkomfort erhöhen, ohne die Nachteile einer vollautomatischen Fahrsteuerung zu übernehmen? Die Antwort heißt:
SwingE – das E-Bike-Prinzip für Poolüberdachungen
Jeder kennt ein E-Bike. Der Elektromotor fährt das Fahrrad nicht selbstständig. Er unterstützt den Fahrer genau dann, wenn Unterstützung benötigt wird. Genau nach diesem Prinzip funktioniert der SwingE. Der Benutzer bleibt an der Poolüberdachung. Er hat Sichtkontakt. Er behält jederzeit die Kontrolle. Der Radnabenmotor unterstützt lediglich die Bewegung. Es gibt keine autonome Fahrt ohne Aufsicht. Keine komplexe Wegmessung. Keine automatischen Endlagen. Keine vollständig selbstständig fahrende Überdachung. Und dadurch deutlich weniger Fehlerquellen.
Ist das weniger modern?
Nein. Es ist eine andere Priorität. Die Frage lautet nicht:
Was wirkt moderner?
Die Frage lautet:
Was funktioniert über viele Jahre möglichst zuverlässig und sicher?
Eine Poolüberdachung kauft man in der Regel nur einmal im Leben. Die meisten Käufer haben daher kaum eigene Erfahrungen mit unterschiedlichen Antriebskonzepten. Sie sehen eine App und verbinden damit automatisch Komfort und Fortschritt. Was sie nicht sehen:
- zusätzliche Sensorik
- höhere technische Komplexität
- mögliche Fehlfunktionen
- erhöhten Servicebedarf
- Sicherheitsanforderungen
- mögliche Ausfallzeiten
Welches Konzept ist nun das bessere?
Wer seine Poolüberdachung unbedingt vom Sofa, aus dem Büro oder aus dem Urlaub per Smartphone bewegen möchte, wird sich wahrscheinlich für einen vollautomatischen Antrieb entscheiden. Wer dagegen Wert auf Sicherheit, Kontrolle und langfristige Zuverlässigkeit legt, sollte sich eine andere Frage stellen:
Muss eine Poolüberdachung wirklich ohne meine Anwesenheit fahren können?
Bei Aura lautet unsere Antwort: Nein. Deshalb haben wir den SwingE entwickelt. Und deshalb sind wir heute mehr denn je von diesem Konzept überzeugt. Denn manchmal ist die beste Technik nicht diejenige, die alles automatisch macht. Sondern diejenige, die auch nach vielen Jahren noch einfach, sicher und zuverlässig funktioniert.
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